Wirtschaftlichkeit

PV-Wertkopplung: Sonnenstunden selbst verteilen

Mittags läuft die Anlage auf Volllast, während die Halle wenig braucht. Abends wird teuer zurückgekauft. Zwischen diesen beiden Preisen liegt der eigentliche Wert eines Speichers.

Die Photovoltaik auf dem Hallendach liefert genau dann am meisten, wenn im Betrieb am wenigsten los ist: mittags, an Brückentagen, am Wochenende. Der Überschuss geht ins Netz. Abends, wenn die Spätschicht läuft, wird derselbe Strom zurückgekauft – zu einem deutlich anderen Preis.

Der Unterschied ist nicht die Kilowattstunde, sondern ihr Zeitpunkt

Eine eingespeiste Kilowattstunde wird mit der Einspeisevergütung bewertet. Dieselbe Kilowattstunde, abends selbst verbraucht, ersetzt eine, die sonst zum Arbeitspreis eingekauft werden müsste. Zwischen beiden liegt eine Spanne, und genau diese Spanne ist der Hebel – nicht die gespeicherte Menge.

Bewertet wird nicht, wie viel gespeichert wurde, sondern um wie viel die Kilowattstunde aufgewertet wurde.

Wie groß die Spanne ausfällt, hängt an drei Größen: an Ihrem Arbeitspreis, am Anteil der Erzeugung, der heute tatsächlich ins Netz geht, und an der Form Ihrer Last über den Tag. Ein Zweischichtbetrieb mit später Abendlast hat eine andere Spanne als ein Betrieb, der um 16 Uhr das Tor schließt. Belastbare Zahlen entstehen deshalb erst aus Ihren Daten, nicht aus einer Faustformel.

Wann sich das besonders lohnt

  • Wenn die Mittagserzeugung auf Abendlast trifft. Je weiter Erzeugungsspitze und Verbrauchsspitze auseinanderliegen, desto mehr gibt es zu verschieben.
  • Wenn der Betrieb am Wochenende ruht. Zwei volle Erzeugungstage ohne nennenswerten Eigenverbrauch sind der klarste Fall – vorausgesetzt, die Energie lässt sich bis Montag halten oder in der Zwischenzeit anders verwerten.
  • Wenn ohnehin ein Speicher geplant ist. Dann kostet die PV-Wertkopplung keine zusätzliche Hardware. Sie ist eine weitere Betriebsart derselben Batterie.

Der Punkt, an dem viele Rechnungen kippen

Genau weil es dieselbe Batterie ist, konkurriert die PV-Wertkopplung mit den anderen Aufgaben. Eine Kapazität, die mittags mit Solarüberschuss gefüllt wird, steht am selben Nachmittag nicht mehr vollständig für das Kappen einer Lastspitze zur Verfügung. Beides ist möglich – aber nicht beides gleichzeitig in voller Höhe.

Wer die Erlöse beider Betriebsarten nebeneinanderstellt und addiert, rechnet mit einer Batterie, die es nicht gibt. Sinnvoll ist stattdessen eine Prioritätenliste: Was hat Vorrang, wenn beides ansteht? In den meisten Betrieben ist das die Lastspitze, weil ein verpasster Peak zwölf Monate lang nachwirkt, ein nicht gespeicherter Solarüberschuss dagegen nur diesen einen Tag.

Was zuerst zu klären ist

Bevor über Speichergröße gesprochen wird, brauchen wir zwei Dinge: Ihren Lastgang und die Erzeugungsdaten der PV-Anlage. Daraus lässt sich sehen, wie viel Überschuss überhaupt anfällt, wie lange er bis zur nächsten Nachfrage überbrückt werden muss und wie oft sich das im Jahr wiederholt.

Und eine Randbedingung, die in Angeboten gern fehlt: Die Höhe der Einspeisevergütung hängt von Anlagengröße, Inbetriebnahmedatum und der jeweils geltenden Regelung ab. Das ist im Einzelfall zu prüfen und nicht pauschal zu beziffern.

Wie groß ist Ihre Spanne?

Mit Lastgang und Erzeugungsdaten rechnen wir aus, was die Verschiebung an Ihrem Standort wert ist.

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