Lastspitzen – vom Winde verweht?
Eine einzige Viertelstunde im Jahr bestimmt einen erheblichen Teil Ihrer Netzentgelte. Wie Peak Shaving diese Viertelstunde unsichtbar macht, ohne in den Betriebsablauf einzugreifen.
Donnerstagmorgen, kurz nach acht, in einer mittelständischen Metallverarbeitung. Die Frühschicht ist hochgefahren, die Laser-Schneidanlagen laufen, die Elektro-Härteöfen springen an. Draußen stecken die ersten Außendienstler ihre Fahrzeuge an die Ladesäulen.
Für gut eine Viertelstunde schießt die Leistungskurve nach oben. Dieser eine Moment kann die Netzentgelte für die folgenden zwölf Monate bestimmen.
Der Viertelstunden-Fallstrick
Bei Gewerbe- und Industriekunden mit registrierender Leistungsmessung zählt nicht nur, wie viel Strom übers Jahr verbraucht wird, sondern vor allem, wie viel Leistung auf einmal aus dem Netz gezogen wird. Der Netzbetreiber misst dafür in 15-Minuten-Intervallen – und die höchste einzelne Viertelstunde des Jahres setzt den Maßstab für das Leistungsentgelt.
Ein Betrieb, der ganzjährig bei rund 800 kW liegt und an einem einzigen Tag durch das gleichzeitige Anfahren von Härteofen und Kompressoren für eine Viertelstunde auf 1.200 kW geht, wird beim Leistungsentgelt nach diesen 1.200 kW bewertet. Für die übrigen 35.039 Viertelstunden des Jahres.
Nicht der Verbrauch ist teuer, sondern die Gleichzeitigkeit.
Was Peak Shaving tut
Das Ziel ist schlicht: die Ausschläge glätten, bevor sie den Netzverknüpfungspunkt erreichen. Ein Energiemanagementsystem beobachtet den Lastgang laufend. Zeichnet sich ab, dass die Leistungsaufnahme eine festgelegte Schwelle überschreiten wird, schaltet der Speicher zu und deckt die Differenz aus der Batterie. Für den Netzbetreiber bleibt der Ausschlag unsichtbar.
Bemerkenswert ist der zweite, kleinere Ausschlag gegen 10:45 Uhr. Er hätte für sich genommen keine neue Jahreshöchstlast gesetzt – aber genau solche Ereignisse häufen sich über ein Jahr, und es genügt eines davon, das höher ausfällt als alle anderen.
Warum das in der Metallverarbeitung besonders trägt
Produktionsprozesse lassen sich hier selten verschieben. Wenn der Auftrag raus muss, laufen Fräsen und Öfen. Peak Shaving greift genau an diesem Punkt an, ohne Schichtpläne, Reihenfolgen oder Durchsatz anzufassen:
- Die Leistungsspitze wird entkoppelt. Was im Betrieb an Leistung anliegt, muss nicht mehr identisch sein mit dem, was über den Netzanschluss fließt.
- Die eigene Infrastruktur wird geschont. Transformatoren und Zuleitungen müssen nicht für seltene Extremwerte ausgelegt sein.
- Keine Absprachen mehr am Schichtbeginn. Maschinen können angefahren werden, wie es der Auftrag verlangt – nicht, wie es das Netzentgelt verlangt.
Was sich daraus nicht ableiten lässt
Wie viel das für einen konkreten Betrieb bedeutet, hängt am Leistungspreis des zuständigen Netzbetreibers, an der Höhe und Häufigkeit der Spitzen und daran, wie weit sie sich überhaupt kappen lassen. Aus einem Lastgang ist das rechenbar – aus einem Artikel nicht. Wir rechnen Ihren Lastgang in derselben Viertelstundenauflösung durch, in der abgerechnet wird, und sagen auch, wenn sich der Aufwand nicht lohnt.
Wer Peak Shaving mit Eigenerzeugung aus einer PV-Anlage kombiniert, nutzt dieselbe Batterie doppelt. Wichtig dabei: Die Kapazität ist nur einmal vorhanden. Beide Aufgaben konkurrieren um denselben Ladezustand, sie addieren sich nicht.
Wie sieht Ihre teuerste Viertelstunde aus?
Schicken Sie uns Ihren Lastgang – wir zeigen Ihnen, wo die Spitzen liegen und was davon kappbar ist.
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